Training

Die wenigsten Golfer trainieren gerne. Die meisten gehen lieber auf die Runde, als ihre Zeit auf der Range oder dem Putting Grün zu verbringen. Gutes Training muss aber nicht unbedingt sehr zeitraubend sein. Wenn Ziel, Qualität und Feedback stimmen, werden Sie mit auch mit geringem Zeitaufwand gute Erfolge erzielen können.

Ein effizienter Lernprozeß ist von großer Bedeutung für gute Ergebnisse. Dieser Lernprozeß lässt sich grob in 5 Schritte einteilen.

1. Verständnis & Know-How

Bevor Sie Ihr Training beginnnen und versuchen ein besserer Putter zu werden, sollten Sie die elementaren Vorraussetzungen für gutes Putten verinnerlicht haben. Sie müssen lernen einzuschätzen, was Sie im Bezug auf den jeweiligen Aspekt des Puttens richtig und was Sie falsch machen.

Es ist nicht schwierig eine gute Puttbewegung richtig auszuführen. Das Erlernen einer solchen aber umso schwieriger. Viele Golfer trainieren Ihren Stroke mit unpassendem oder gar keinem Feedback. Auch beobachte ich immer wieder unsauber eingesetzte Hilfmittel. Das Ziel beim Trainieren muss sein: Das Richtige auch richtig zu tun. Exaktes Feedback ist keine Kür, sondern absoluter Pflichtbestandteil jedes ernst gemeinten Trainings. Ohne akkurates Feedback wird Ihr Muskelgedächtnis fehlerhafte Bewegungen speichern.

Wissen und Verständnis für die richtigen Dinge werden Ihren Lernprozess deutlich vereinfachen. Werden Sie sich Ihrer Stärken und Schwächen bewußt, nur wenn Sie verstehen, woran Sie arbeiten müssen und woran nicht, werden Sie effektiv und effizient trainieren können.

2. Korrektes Messen

Das Putten ist eine sehr statistische Disziplin im Golf. Es setzt sich zusammen aus Fähigkeiten, Chancen und Statistiken. Je mehr Putts Sie auf der korrekten Linie mit der perfekten Geschwindigkeit starten lassen, desto mehr Bälle werden das Loch finden.

Bevor Sie mit der Analyse Ihrer Fähigkeiten und schließlich mit der Optimierung beginnen, sollten Sie die einzelnen Elemente Ihres Puttschwungs messen oder messen lassen. Sie benötigen quasi einen Status Quo, auf dem Sie Ihr Training aufbauen. Sie werden erstaunt sein, was im Bezug auf einen Putt alles gemessen werden kann. Beispielsweise können Sie erfassen, wie viele Putts Sie aus machbaren Entfernungen versenken können. Weitere wichtige Kennzahlen sind Ihre Annäherungs-Fähigkeiten (sog. Lag-Putting) aus langen Distanzen, die Stellung der Schlagfläche im Treffmoment, die Ausrichtung Ihrer Körperlinien in der Ansprechposition, Schwungrichtung und Schlägerblattrotation, Treffmoment und Ihre Green-Reading Kompetenz.

Einige Elemente können Sie selbst messen, für andere werden passendes Equipment und akkurate Meßinstrumente benötigt. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland einige Anlaufstellen für derartige Vermessungen. In den letzten Jahren kam z.B. ein neues Allzweck-Instrument das SAM Putt Lab groß ins Gespräch. Am besten Sie lassen sich bei der Ermittlung Ihrer Ausgangslage von einem erfahrenen Putter-Fitter helfen.

3. Sorgfältige Analyse

Die angesprochenen Meßwerte dienen als Grundlage für die anschließende Analyse Ihrer Putt Fähigkeiten. Dabei gilt, je exakter Ihr Spiel diagnostiziert ist, desto unwahrscheinlicher sind Fehler beim Training und desto währscheinlicher ist ein effektiver Lernprozeß. Es muss zwingend auf eine sorgfältige und korrekte Analyse geachtet werden. Nichts ist schlimmer, als an den falschen Aspekten des Strokes zu arbeiten.

Bevor der Anaylseprozeß abgeschlossen werden kann, müssen Sie sich zwingend zu Ihrer Absicht der Optimierung bekennen. Sie sollten sich auf Ihre Ziele festlegen und Ihr zeitliches, physisches und psychisches Engagement dafür definieren. Lassen Sie dabei Ihren persönlichen Ehrgeiz und Ihre Disziplin mit einfließen. Entscheiden Sie sich für einen Schwung, den Sie erlernen wollen. Ohne derartige Bekenntnisse werden Sie auf lange Zeit keinen signifikanten Erfolg verzeichnen können.

Ein weiterer Vorteil einer sorgfältigen Analyse ist, dass Ihre Erwartungen in die Verbesserung realistisch bleiben. Ein besserer Putter werden Sie nicht über Nacht. Gewöhnlich dauern derartige Lernprozesse mindestens 4-6 Monate. Aber wenn Sie wissen, was zu tun ist und wie Sie es verbessern können, werden Sie für lange Zeit viel Spaß mit Ihrem optimierten Putt-Stroke haben.

Mein Tipp an Sie: Bleiben Sie geduldig, auch wenn Sie zu Anfang vermutlich schlechter putten werden als zuvor. Ihr Unterbewußtsein benötigt einfach Zeit sich an die neuen, korrekten Abläufe zu gewöhnen. Schließlich muss es keine fehlerhaften Bewegungen mehr kompensieren. Bleiben Sie am Ball – und Sie werden ein besserer Putter werden.

4. Trainingsrezept

Nun da wir wissen wo unser Verbesserungspotenzial liegt und wir uns der Schritte und dem aufzuwendenden Engagement bewusst sind, müssen wir lernen, auf welche Weise wir unsere Ziele erreichen. Viele Golfer wissen nicht, wie effizientes und ordentliches Training aussieht. Der Schlüssel für erfolgreiches Lernen ist sofortiges, präzises und verläßliches Feedback. Unser Gehirn ist in der Lage Unmengen an Informationen korrekt zu verarbeiten, wenn Sie strukturiert aufbereitet sind. Dabei ist es von besonderer Wichtigkeit, dass fehlerhafte Informationen gar nicht in diesen Prozeß eingreifen. Um derartigen Schwierigkeiten vorzubeugen, verweise ich Sie auf die hier vorgestellten Übungen, Drills und Hilfsmittel. Wenn Sie die Anleitungen dazu einhalten, sollten Sie keine Probleme mit dem Erlernen der korrekten Techniken haben.

5. Konsequente Umsetzung

Wie bereits erwähnt, sollte Ihre gesamte Konzentration auf der sorgfältigen Ausführung der Übungen liegen. Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass Sie ungefähr 20.000 Wiederholungen benötigen, bis sich ein Aspekt Ihres Putt-Schwungs in Ihrem Unterbewußtsein und Ihrem Bewegungs-Gedächtnis verankert hat. Nach ca. 10.000 Zyklen formen sich aber bereits erste Gewohnheiten. In wenigen Monaten schaffen Sie somit die Vorraussetzungen für jahrelange Freude auf den Grüns.

Achten Sie beim Training auch auf die Wahl der richtigen Location. So sollten fundamentale Elemente wie Ausrichtung, Setup, Schwungbewegung und das Zielen möglichst mit Unterstützung von Hilfsmitteln zu Hause trainiert werden. Keinesfalls sollte ohne Feedback in Form von Hilfsmitteln und Apparaturen an diesen Bausteinen gearbeitet werden. Wenn es um die Entwicklung von Touch und Gefühl geht, ist das Putting Grün die sinnvollere Standort Wahl. Auf dem Grün erhalten Sie bei jedem Putt gutes Feedback zur Distanzkontrolle.

Zu Beginn sollten Sie ca. 80% Ihrer Zeit zur Verbesserung Ihrer Putt-Fähigkeiten indoor verbringen und die restlichen 20% auf dem Übungsgrün. Im Laufe Ihres Lernprozesses so etwa nach 3-4 Monaten können Sie die Anteile indoor und outdoor gleichmäßig verteilen. Im letzten Drittel Ihres langfristigen Trainingsplans reduziert sich der indoor Aufwand auf ca. 20% und Sie üben Feel und Touch outdoor zu ca. 80%.

Hinweis: Es hat sich bewährt, wenn von Zeit zu Zeit ein kompetenter Professional Ihren Lernerfolg kontrolliert oder zumindest ein Auge auf Ihre Ausführung wirft. Somit minimieren Sie das Risiko von schlechten Angewohnheiten, die sich oft unbemerkt mangels Konzentration, Aufmerksamkeit oder Unwissenheit einschleichen.