Left-Hand-Low Griff

Traditionell verwenden Golfer beim Putten die dominante Hand für die Kontrolle von Richtung und Geschwindigkeit. Die rechte Hand eines Rechtshänders z.B. hat schließlich viele Jahre lang die deutlich bessere feinmotorische Ausbildung erhalten und ist zu exakteren Bewegungen im Stande.

Probleme bei der traditionellen Griffhaltung

Eines der häufigesten Probleme beim Putten mit dem traditionellen Reverse Overlap Griff ist das aktive Winkeln und/oder Entwinkeln der Handgelenke während des Schwungs. Um diese ungewollten Aktionen der dominanten Hand zu verhindern, sollten Sie dem sogenannten Left-Hand-Low Griff mal eine Chance geben. Dieser Griff wird im Golfjargon und in zahlreichen Golf Medien oft auch fälschlicherweise als Cross-Handed Griff bezeichnet. Bei der umstrittenen Benennung Cross-Handed könnte man auf die Idee kommen, dass die rechts-links Positionen der Hände vertauscht sind. Somit würde die rechte Hand links des Griffes liegen und die linke Hand rechts des Griffes. Es gibt zwar viele Arten einen Putter zu greifen, diese Methode würde ich aber als gänzlich unbrauchbar ansehen, da sich damit kein vernünftiges Setup einnehmen lässt. Im Folgenden werde ich deshalb die Vorzüge des Left-Hand-Low Griffes beschreiben.

Vorteile des Left-Hand-Low Griffes

  • konstante Handgelenkswinkel
  • weniger Handgelenksaktionen
  • bessere Ausrichtung der Arme und Unterarme
  • einfachere Positionierung der Schultern
  • bessere Pendelbewegung
  • Schlagfläche bleibt einfacher square
  • weniger Abweichung in der Putt-Richtung

Nachteile dieser Griffhaltung

  • Feinmotorik der dominanten Hand wird unterdrückt
  • schwierigere Längenkontrolle besonders bei schnellen Grüns
  • etwas weniger Gefühl und Feedback
  • steilerer Eintreffwinkel des Schlägerblattes

Ebenso wie bei der traditionellen Griffhaltung gibt es beim Left-Hand-Low Griff auch einige grundlegende Dinge, die beachtet werden müssen. Generell sollte ein passender und guter Griff sämtliche Körperlinien in eine optimale Ausgangspostion bringen.

So greifen sie richtig Left-Hand-Low

Rechtshänder beginnen mit dem Greifen des Putters mit der rechten Hand. Stellen Sie den Putter vor sich auf den Boden und aufs Ziel ausgerichtet hin. Legen Sie die rechte Hand am oberen Ende des Putter-Griffes so auf den Putter, dass folgende Kriterien erfüllt sind:

Position der rechten Hand

  • der rechte Daumen zeigt direkt nach unten entlang des Schaftes
  • der rechte Zeigefinger liegt unterhalb des Griffes wie an einem Abzug
  • von der Seite betrachtet verläuft der Griff entlang Ihrer Lebenslinie
  • die rechte Handfläche zeigt direkt in Richtung Ziel
  • die Fingerspitzen liegen auf der linken, flachen Seite des Griffes

Position der linken Hand

  • öffnen Sie leicht Ihren rechten Zeigefinger
  • schieben Sie Ihre linke Hand von unten mit der Lebenslinie entlang des Puttergriffes nach oben bis Ihr rechter Daumen in der Falte der Lebenslinie der linken Hand verläuft
  • legen Sie Ihren rechten Zeigefinger wieder locker ungefähr über den Ringfinger der Linken
  • der linke Handrücken zeigt nun direkt in Richtung Ziel
  • der linke Daumen liegt oben auf dem Puttgriff und zeigt nach unten

Kein Griff für Beginner

Diese Griffhaltung eignet sich weniger gut für Anfänger. Sie ist weniger intuitiv als der Reverse Overlap und aufgrund der unterdrückten dominanten Hand schwieriger zu erlernen. Gerade zu Beginn sollte viel Wert auf Gefühl, Treffmoment und Richtung gelegt werden. Anfänger werden deshalb mit der traditionellen Griffhaltung schneller Fortschritte erzielen können.

Für erfahrenere Golfer, die Schwierigkeiten mit der Stabilität ihrer Handgelenke haben oder neue Inspiration und Motivation für das Putten suchen, ist diese Variante durchaus eine ernst zu nehmende Alternative.