Putting

Sicherlich jeder Golfer wird im Laufe seiner Golf Karriere irgendwann einmal mit folgender Aussage konfrontiert werden.

Drives for show – Putts for dough!

Beim Putten wird Geld verdient.

Dieser Grundsatz ist aber alles andere als eine weitere unbedeutende Golfer-Floskel. Als gut gemeinter schneller Tipp eines Golffreundes oder Pros wird er der Bedeutung des Puttens als wichtigstes Element des Golfspiels nur unzureichend gerecht. Die eigentliche Bedeutung bedarf einer genaueren Betrachtung.

Je nach Spielstärke und Handicap macht das Putten ca.  40% des gesamten Scores auf einer Runde Golf aus. Ein Spieler mit einer Vorgabe von 20, der im Schnitt ca. 96 Schläge benötigen wird, spielt sein Ergebnis also mit ca. 37 Putts.  Ein Scratch Golfer puttet auf einer 72er Runde demnach ca. 29 mal.

Putten ist nicht fehlertolerant!

Allen Spielstärken im Golf ist eines gemein. Gutes Putten wirkt sich überdurchschnittlich gut auf den jeweiligen Score aus. Sie werden an einem guten Tag mehr Schläge durch Ihr Putten gut machen können, als durch Ihr langes Spiel. Anders herum wird sich eine mäßige Putt-Performance drastischer auf Ihr Ergebnis auswirken als ein paar schlechte Tee-Shots.

Die meisten schlechten Schläge lassen sich mit einem darauf folgenden guten Schlag wieder ausmerzen. Dies gilt aber nicht für den letzten Schlag eines jeden Loches. Ein verschobener 50cm Putt hat eine ungleich drastischere Auswirkung als ein 30m gesliceter Drive. Ein solcher kostet immer sofort einen Schlag!

Der Putt als der einfachste aller Golf Schläge.

Ein Putt ist auf den ersten Blick einfacher als alle vollen Schwünge mit Hölzern oder Eisen, Pitches, Chips oder Bunkerschläge. Der Umfang der Puttbewegung fällt deutlich geringer aus. Es entsteht weder Bodenkontakt mit dem Schlägerkopf, noch muss eine Flugbahn in Höhe und Richtung erzeugt und kontrolliert werden. Auch das Setup gestaltet sich erheblich natürlicher als bei anderen Schwüngen. Außerdem sind für gutes Putten keine besonderen physischen Vorraussetzungen notwendig.

Bei genauerem Hinsehen erweist sich gutes Putten aber als ebenso anspruchsvolle Golf Disziplin. Es erfordert präzise körperliche und mentale Vorgehensweisen und höchste Konzentration und Aufmerksamkeit. Das Geheimnis guten Golf-Spiels liegt in der routinemäßigen Wiederholbarkeit der Bewegungen eines Schwungs. Gerade die fürs Putten erforderliche hohe Präzision in Verbindung mit einem unerschütterlichen Selbstvertrauen macht dieses Element zum wohl anspruchvollsten Schlag im Golf.

Gute Putter gewinnen Turniere!

Putten ist der wichtigste Schlag für Golfer jeder Spielstärke. Oder haben Sie jemals einen Golfer ein Turnier gewinnen sehen, der nicht gut geputtet hat. Kennen Sie erfolgreiche Spieler, die nicht gut putten? Wohl kaum. Egal ob Tiger Woods, Phil Mickelson, Davis Love III oder der Clubmeister in Ihrem Verein, alle sind gute Putter und verbringen mehr Zeit auf dem Puttinggrün als der Durchschnittsgolfer. Sie wissen, dass gutes Putten in den wenigsten Fällen angeboren ist, sondern erlernt und trainiert werden kann.

Good Putters are made.

Obwohl der Anteil der Putts einer Runde 40% Prozent beträgt, sieht man die meisten Amateur-Golfer trotzdem nur selten auf dem Putting-Green. Würde es nicht Sinn machen, den selben Prozentsatz auch auf das Putt-Training ein zu planen? Durchaus, nur leider macht den meisten Golfern ein toll getroffener Drive eben mehr Spaß als ein perfekt visualisierter und gelochter Putt.  Das rächt sich aber meist beim nächsten Turnier.

Viele Tour-Pros verwenden einen Großteil Ihrer Zeit auf Ihr Putten. 2-3 Stunden Putt-Training pro Tag sind keine Seltenheit, aber eine Notwendigkeit, um in der Weltspitze mitspielen zu können.  Effizientes Puttraining benötigt korrekte technische Grundlagen, Disziplin, Konzentration und natürlich Ausdauer. Wie bereits erwähnt: good putters are made, aber nicht an einem Tag.